Jelena Jeremejewa ist Künstlerin, Autorin und Regisseurin für Dokumentarfilm. In ihren Filmen „Der Ernst des Lebens“ (SWR) und „Irgendwo dazwischen“ (WDR) thematisierte sie Fragen der systemischen Bildungsungerechtigkeit und Chancenungleichheit unter Jugendlichen mit Migrationserfahrung. Ihre Arbeitsfelder sind mit ihrer Herkunftsgeschichte verbunden.

Zuletzt publizierte sie zu divergierenden Erinnerungsnarrativen innerhalb der heterogenen jüdischen Gemeinschaft in „Neues Judentum – altes Erinnern?“ Aktuelle Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Forschung und Kunst und thematisieren Fragen der Wirkungsmacht von kontrafaktischen historischen Narrativen innerhalb von postsozialistischen Kulturen Osteuropas. 2019 promovierte sie an der Bauhaus-Universität Weimar über die Unsichtbarkeit des Traumas als Individual- und Kollektiverfahrung im russischen Dokumentarfilm der 90er-2000er. Sie lehrt dort und an der Hochschule Darmstadt dokumentarische Filmpraxis und führt in Kooperation mit verschiedenen Trägern Filmworkshops mit Jugendlichen durch, um für Rassismus und Antisemitismus zu sensiblisieren. Zum Europäischen Literaturfestival erscheint ihr Ukraine-Tagebuch Seit September will ich nach Kiew in der parasitenpresse.