die fabel vom baum und dem ast
Ein Mensch sitzt auf einem Ast und sägt voller Eifer genau an dem Ast, auf dem er selbst Platz genommen hat. Ein Vogel fliegt vorbei und warnt ihn: „Wenn du so weitermachst, wirst du fallen.“ Der Mensch aber lacht und sagt: „Das ist mein Ast, ich bestimme, was damit geschieht.“ Er sägt weiter – bis der Ast bricht und er mit ihm zu Boden stürzt.
Das Recht ist kein Naturgesetz, sondern eine menschliche Erfindung – ein feines Gewebe aus Normen und Begriffen, das wir über die Welt legen. Ein Gewebe, das schützen kann. Aber auch eines, das es uns ermöglicht, uns die Welt untertan zu machen. Während Wälder brennen, Ozeane verdrecken und Tiere millionenfach verschwinden, verhalten wir uns so, als ob die Natur vor unserem Tribunal erscheinen müsse, um dort von uns gewürdigt zu werden. Als ob ihr Fortbestehen von unserem Großmut abhinge. Als ob sie es wäre, die ohne uns stirbt. Als ob es nicht sie wäre, die uns überleben wird – so oder so.
Wir sind es, die entscheiden, ob Tiere, Pilze, Pflanzen oder gar die Natur selbst zu Entitäten werden können, die eine Stimme im Konzert unserer Rechtsordnung erhalten. Und uns bleibt nichts anderes übrig, als der Natur und den Lebewesen eigene Rechte zuzugestehen.
Nicht aus Großmut, sondern aus Notwendigkeit. Nicht für die Natur, sondern für uns. Denn ohne diese Anerkennung wird die Welt, die uns trägt, nicht für uns fortbestehen, sondern gegen uns.
Der Begriff der Person ist kein biologischer Fakt, sondern ein kulturelles Konstrukt, eine Maske, ein Symbol, das wir formen, dem wir Rechte verleihen. Das eLksche Wesen ist sowohl Person als auch Tier als auch Natur. Deswegen ändern wir hiermit offiziell den dritten Artikel unserer eL-k‘arta wie folgt:
§ 3 Gleichberechtigung: Jedes eLksche Wesen ist allen anderen gleichgestellt.
Das gilt insbesondere für Persönlichkeit, Würde und Freiheit aller menschlichen und nichtmenschlichen Personen, einer jeden menschlichen und nichtmenschlichen Sprache, einer jeden menschlichen und nichtmenschlichen Literatur.
kümmern wir uns um unsere welt – und jetzt um das eLk 2025.